Am 17.06. bin ich nach Vonitsa gefahren, nun war es Zeit mal den Standort zu wechseln. Wie immer habe ich noch auf ein letztes Paket gewartet und mich gleich am nächsten Tag aufgemacht. Das war der 06.08.2026. Schließlich warteten 4 Boote dort auf mich, die ich kenne. Vonitsa war eine schöne Zeit, ich habe hier einige kennengelernt und den Aufenthalt genossen.
Die Überfahrt fing schon sehr aufregend an. In der Bucht von Vonitsa waren ca. 25m Kette ausgelegt. Ich habe auch fast alles wieder rein bekommen, bis auf den Anker und die Kette bis zum Anker. Der Anker schien sich am Grund „verhakt“ zu haben, die Ankerwinde hat ihn nicht hochbekommen. Schafft sie es nicht, schaff ich es auch nicht per Hand. Man hört richtig wie sich die Winsch quält. Wenn man noch nicht erfahren ist, sind alle Dinge außerhalb der Norm sehr aufregend. Theoretisches Wissen habe ich, also angefangen danach vorzugehen. Erstmal mit ordentlich Power auf der Maschine vorwärts, den Anker sozusagen überfahren, in der Hoffnung er wird ausgebrochen. Hat auch nicht geholfen. Vorwärts, rückwärts, im Kreis von allen Seiten. Ich habe ca. 1 Stunde gebraucht bis er frei war. Nun konnte es losgehen. Woran es letztendlich lag weiß ich nicht. Man konnte nicht bis auf den Grund schauen, dort ist das Wasser trüb.
Hier in diesem Gebiet ist am Vormittag so gut wie kaum Wind, manchmal eine leichte Brise. Die wollte ich nutzen, sie kam für mich aus einer passenden Richtung fürs Segeln. Somit kaum aus der Bucht raus erst das Großsegel, dann das Vorsegel gesetzt. Aus 5 kn Wind hat das Boot 3 kn (ca. 5,5 km/h) Fahrt gemacht. So bin ich so vor mich hingedümpelt. Irgendwann ist der Wind dann fast ganz weg gewesen, zumindest für mich zu wenig. Am Nachmittag frischt der Wind bis zu 20 kn auf und kommt einem dann genau entgegen. Bevor das eintritt, wollte ich in der Bucht von Preveza meinen Anker eingegraben haben. Somit habe ich den Motor angemacht und die Segel eingerollt. Ungefähr dort wo das Kreuz auf der Karte ist.

Als ich am 17.06. nach Vonitsa gefahren bin ist das Boot mit Motor locker 5,5 kn gefahren mit vielleicht etwas über Halbgas bei 2000 Touren. Nachdem der Motor nun gestartet war wollte ich auch wieder so auf 5 kn Marschfahrt gehen aber es ging nicht. Ich konnte Vollgas geben und das Boot fuhr vll 3,5 kn und kam auch nur auf 1500 Umdrehungen, obwohl die Maxdrehzahl bei knapp über 3000 liegt. Das nächste neue Ding auf der zweiten Fahrt. Könnte ja auch mal normal laufen. Ich bin dann auf 2/3 Gas zurück, wollte den Motor nicht die ganze Zeit unter Volllast laufen lassen. Das waren dann 2,5 kn und alle haben mich überholt. Zwischendurch habe ich Jörg von der Bruty angerufen und um Ferndiagnose gebeten, was eh schwer ist. Auch habe ich noch zwei andere per WhatsApp angeschrieben. Tenor war, bestimmt Bewuchs am Boot.
Im Wasser sind viele kleine Tierchen die es ganz toll finden sich an den Teilen der Boote die im Wasser sind niederzulassen und ihr eigenes Haus oder Siedlung zu bauen. Das sind zum Beispiel Seepocken, Röhrenwürmer, Muscheln und Algen. Würde das Boot sehr lange im Wasser sein und sich würde sich ein Riff bilden. Der Bootseigner kämpft ständig dagegen an, das es zumindest nicht so schnell geht, verhindern kann er es nicht. Die geschieht mit Antifouling. Alles was im Wasser liegt wird mit einem Mittel bestrichen, welches verspricht über Jahre zu halten und niemanden an sich ranzulassen. Na ja, Werbeslogan sind halt kein Vertrag.
Ich konnte unterwegs nichts ändern und so bin ich bis in die Bucht getuckert und war froh als ich dann meinen Anker platziert habe. Ich habe mich an den Rand des Ankerfeldes gelegt, der Weg mit dem Dinghy zum Ufer ist ein wenig weiter. Aber mache machen es extra, um ihre Ruhe zu haben. Ich hatte zwei Boote in meiner Nähe. Später am Abend habe ich mich dann gewundert warum die so weit weg sind. Hier in der Bucht dreht der Wind häufig, hab ich mir nicht so viel gedacht. Nächsten Tag sitze ich unter Deck am Computer, da höre ich mehrmals ein lautes Kratzen. Irgendwann wurde ich stutzig und bin raus, war ich schon wieder weiter von den anderen Weg. Der Anker hält nicht das Boot driftet. Ich hatte auf 4m geankert und gut 20m Kette rausgelassen, das war wohl zu wenig. Ich habe dann auf fast 45m erhöht, nun war Ruhe, der Abstand zu den anderen Booten bleibt gleich. Das ist der Vorteil wenn man sehr weit außen liegt und der Wind einen dann auch noch eher raus als rein in das Ankerfeld treibt.
Auf dem oberen Bild sieht man nur einen Teil des Ankerfeldes, das Bild verzerrt auch sehr. Aber die Bucht ist schon sehr groß. Ab und an legen sich hier auch größere Schiffe hin, wie hier zu sehen

Ein Vierter war gerade im Anmarsch

Hier bei Nacht, in der Mitte der Hafen von Preveza. Ein Schiff meiner Größe kostet 83€ die Nacht, daher ankere ich, das kostet nichts:

Die Tage nach der Ankunft waren von einigen geselligen Zusammenkünften geprägt. Ich habe Wolfgang von der Rosine, Andreas von der Aditi und Jörg, später auch Gitti von der Bruty wieder getroffen. Durch sie habe ich auch Jörg von der Fitou kennengelernt. Einen Abend sind Jörg und Jörg und Ich bis 2 Uhr um die Häuser gezogen. Wir sind alle sicher mit unseren Dinghys zurück zu unseren Booten gekommen.
Zwischendurch habe ich das Problem untersucht, warum das Boot so langsam war. Ich habe mir unter Wasser alles angeschaut, der Rumpf war an einigen Stellen zwar bewachsen aber höchsten 5%, das kann die Ursache nicht sein. Ich bin dann an zwei Vormittagen immer wieder runtergetaucht und habe den Rumpf gereinigt. Hier in der Bucht ist immer ein wenig Strömung daher ist es zusätzlich anstrengend. Aber nach und nach habe ich alles sauber bekommen. Den Rumpf, so weit so gut.
Nun kommen wir zur Schraube oder besser gesagt Propeller. Bruty Jörg hatte gleich auf den Propeller getippt. Hier zwei Bilder wie er aussah.
Vorderseite:

Rückseite:

Leider habe ich kein Bild wie er an Land aussah. Ich hatte ihn komplett von irgendwelchen Krusten befreit. Das ging nur mit einer Flex. Mit anderen Mitteln war dem nicht beizukommen. Leider habe ich davon kein Bild.
Zur Erinnerung: Der Propeller ist mindestens 1,5 Stunden auf der Fahrt zurück nach Preveza gelaufen und dabei ist das Zeug nicht herunter geschleudert worden. Das ist richtig fest, wie Zement. Ich habe einen halben Tag nur den Propeller mit einem Spachtel bearbeitet, das Ergebnis war nur mäßig. Die aufbauenden Strukturen sind alle weg aber die Kalkbasis ist noch auf dem Propeller. Ich denke die werde ich im Wasser auch nicht abbekommen. Die kommenden zwei Tage werde ich noch in die Reinigung investieren und dann mal eine Probefahrt machen, ob es daran lag und sich was gebessert hat.
Hier ein Bild vom jetzigen Zustand, darunter ist Messing:

Oben rechts im Bild sieht man eine Leine. Diese habe ich unter dem Rumpf durchgespannt damit ich mich immer daran runterziehen, festhalten und wieder hochziehen konnte. So hatte ich mehr Zeit zum Kratzen zur Verfügung. Bin nämlich kein Apnoe-Taucher. Die Schraube ist in der Mitte vom Rumpf, schätze 2m vom Rand weg und vielleicht 1m tief im Wasser. Hin – Arbeiten – Zurück. Da bleibt nicht viel Zeit für die eigentliche Aufgabe. Ich werde weiter daran arbeiten und habe mir vorgenommen, dass jetzt öfter zu machen, damit es nicht so schlimm wird und dann vielleicht auch leichter geht. Alles Lerneffekte. Bei kälteren Wassertemperaturen soll das Wachstum wesentlich langsamer voran schreiten, bei den Temperaturen kann ich dann nicht mehr ins Wasser.
Einen Abend haben wir auf meinem Boot gegrillt, beide Jörgs haben ihre Gitarren mitgebracht und es gab eine Jam Session mit Gitarrenmusik, Mundharmonika und Gesang. Wer den Text konnte hat mitgesungen. Das war ein supertoller Abend. Das sind die Momente und Begegnungen warum ich das mache. Ich möchte viele Menschen kennenlernen und das Leben genießen. Das war der Abschiedsabend für die Bruty und die Fitou, die sind nun Richtung Lefkada weitergezogen. Das ist etwas südlicher von hier.
Hier ein paar Impressionen vom Grillabend. Gitti war auch dabei, leider auf keinem Foto drauf:


Auf jeden Fall habe ich in den letzten Tagen eine aufregende, ereignisreiche aber auch sehr tolle Zeit erlebt.

Krass, was die Unterwasserwelt so zu bieten hat. Vielleicht hilft es, wenn Du längere Zeit ankerst, zwischendurch den Motor zu starten und die Schraube drehen zu lassen?
Wie ich Dich kenne, wirst Du vermutlich bald einen Schnellverschluss konstruieren, damit die Schraube an Bord geholt werden kann, wenn Du ankerst.
Hallo Torsten, wenn das mal so einfach wäre. Ich werde öfter tauchen, vielleicht vorher ein Bild machen, Schaube an und hinterher ein Bild machen, ob sich dadurch was verändert hat. Wenn ja, dann kann es ein Hilfsmittel sein, alleinig wird es nicht ausreichen.
Hallo Norman,
alles nicht so einfach! Mit solchen Schwierigkeiten hast Du bestimmt nicht gerechnet. Aber toll, wie Du das alles weggesteckt hast!
Ich wünsche Dir weiterhin viele tolle Erlebnisse und bleibe gesund!
Viele Grüße von Evi und Jürgen
Moin Jürgen, das es solche Auswirkungen in so kurzer Zeit haben kann eher nicht. Aber noch weiß ich nicht ob es die Ursache ist.