Mein Zweitwagen – das Vello

Der Trend zum Zweitwagen ist in der Stadt schon längst Standard. Ich folge diesem auch an Bord. Manche kennen es schon aber nicht alle, daher möchte ich es hier kurz vorstellen. Fahrradfahren ist mein Leben. Das mache ich absolut gerne und wollte auch auf dem Boot nicht auf diese Art der Fortbewegung verzichten. Gerne hätte ich ein richtiges Mountainbike gehabt aber der Platz auf einem Boot ist beschränkt, das hätte immer an Deck herumgestanden. Das wollte ich nicht.

Somit habe ich mich auf die Suche nach einem Faltrad begeben, welches sich wie ein ausgewachsene Fahrrad anfühlt. Die Mutter aller Falträder kommt aus dem Hause Brompton. Als ich mich dafür interessiert habe, gab es die Laufräder nur in der Größe 16 Zoll. Das ist ziemlich klein, im Gelände nicht sonderlich schön zu fahren. Ich wollte unbedingt 20 Zoll Räder haben. Mittlerweile gibt es das auch bei Brompton. Zum Vergleich, die normalen Tourenräder werden 28 Zoll haben, aktuelle MTB werden meist in 29 Zoll verkauft.

Ich bin bei meiner Suche bei der Marke Vello hängengeblieben, das ist eine kleine Manufaktur in Österreich.

Mein Wunsch war:

  • Riemenantrieb – ich wollte mit der Kette nicht das ganze Boot vollschmieren und eine Kette rostet in der Meeresluft auch recht schnell.
  • Titanrahmen – rostet auch nicht wie Stahl und ist sehr leicht, der Rahmen wiegt ein Kilo weniger als einer aus Stahl
  • Möglichst geringes Gewicht, ich muss es immer auf dem Boot händeln und ins Beiboot rein und rausbringen.
  • Gangschaltung, ich möchte auch Hügel erklimmen können. Wenn ich mit dem Dinghy an Land fahre dann komme ich am tiefsten Punkt der Insel an und muss immer bergauf.

Das Vello erfüllt fast alles, es hat aber lediglich nur zwei Gänge. Ich habe die Übersetzung durch Änderung des Kettenblatts und des Ritzels so angepasst, dass ich auch etwas steilere Hügel hochkomme und mich in der Ebene nicht zu Tode strample.

Die Titanausführung kostet ein stolzes Geld daher hatte ich schon in Berlin bei Kleinanzeigen eine Weile gesucht und bin fündig und mit der Verkäuferin auch einig geworden. In meinen Augen war es ein Schnapper. Abgeholt habe ich es in Swinemünde mit der Bahn. Das Rad hatte ich auf den Paletten per Spedition mit hier nach Griechenland gebracht.

Angebaut habe ich dann noch eine Carbon Sattelstütze und Sattel, Ein Apple AirTag falls es mal gestohlen wird damit ich eine kleine Chance habe. Hier am Fahrrad montiert mit einem speziellen Halter mit Spezialschrauben

Dann noch einen Halter für Kamera, Fahrradcomputer oder Handy für den Lenker

Es ist zwar ein Faltrad, lässt sich aber nicht so super klein falten wie das Brompten, das ist darin einsame Spitze.

Verstauen werde ich es im Fach hinten am Heck. Dann brauch ich immer nur die Klappe aufmachen und es ins Dinghy stellen und brauche es nicht über das Boot tragen. In der Praxis wird sich zeigen ob die Lösung praktikabel ist.

Bei Kauf war auch ein E-Antrieb dabei.

Bei dieser Art ist alles im Hinterrad verbaut, am Rad direkt selbst gar nichts. Selbst der Akku ist im Hinterrad. Bedient und gesteuert wird es mit einer Handy App. Das habe ich erst einmal ausgebaut aber mitgenommen. Noch fühle ich mich fit genug selbst zu strampeln und es soll auch ein Trainingseffekt haben. Fitness ist aus meiner Sicht ein Schlüssel für ein hohes Alter. Später, wenn ich nur noch Pudding in den Beinen habe dann werde ich das Hinterrad wieder einbauen und nutzen.

Wenn ich Touren mache die sehenswert sind, werde ich diese hier auch vorstellen, so zumindest mein Plan. Hier bin ich schon ein klein wenig herum gefahren und war auch schon damit an der Tankstelle meine kleinen Kanister mit Benzin für den Dinghy Motor und Generator zu füllen.

Gut Sport

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