Reparatur statt Neu

Heute geht es mal nicht um das Boot sondern mal um ein defektes Gerät aus dem Haushalt.

Ich will hier gar keine große Diskussion über das Thema Elektroschrott, Nachhaltigkeit und Ressourcen schonen auslösen. Ich bin selber der Super-Tekki und will alllleeesss haben. Vielmehr möchte ich mit diesem Beitrag dazu anregen, vielleicht nicht immer gleich ein defektes Gerät wegzuwerfen. Mittlerweile gibt es auf YouTube unfassbar viele Videos, welche sich mit Reparaturen jeglicher Art beschäftigen. Ich finde hier lohnt sich ein Blick, auch kann die KI hier viel Auskunft geben, ob und wie es möglich ist.

Vorgestern stellte ich beim Zähneputzen fest, dass meine elektrische Zahnbürste nicht mehr richtig funktioniert. Der Motor lief wie gewohnt nur die Bürste oszillierte nicht mehr. Bedeutet, keine Putzbewegung. Es ist eine Philips Sonicare (keine Werbung) die auch gutes Geld gekostet hat, ca. 2-3 Jahre alt.

Ich habe YouTube gefragt, ob es ein Reparaturvideo gibt und die gab es zuhauf. Ich habe mir eines ausgesucht und bin anschließend danach vorgegangen. An der Fülle der Videos kann man ablesen, dass mein Defekt wohl öfter auftritt.

Ich möchte kurz schildern, wie einfach es war, und den ein oder anderen vielleicht dazu anregen, beim nächsten Mal selbst zu schauen, bevor etwas im Mülleimer oder auf der Deponie landet.

Klar, viele Geräte lassen sich nicht reparieren. Man munkelt, manche sind sogar so dimensioniert, dass sie kurz nach Ablauf der Garantiezeit defekt sind. Aber jedes reparierte Gerät ist auch ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz.

Das reicht, um die Zahnbürste zu öffnen:

Die Schraube in das Loch für die Ladeschale leicht einschrauben

und an der Schraube mit der Zange ziehen und dabei in alle Richtungen ein bisl hebeln. Zack, ist es offen. Wem das zu rabiat ist, der kann auch mit einem kleinen Schraubendreher in den Rand gehen und es Stück für Stück hochhebeln.

Dann mit einem kleinen Schraubendreher zwei Nasen aushaken und schon kann das komplette innere der Zahnbürste entnommen werden:

Der Schraubendreher auf dem Bild zeigt auf eine Kreuzschlitzschraube. Diese hatte sich gelöst und somit gab es keine feste Verbindung mehr zwischen Motor und Bürstenaufnahme. Einfach die Schraube festziehen, Gehäuse wieder drüber schieben, Deckel aufdrücken fertig.

Wer es noch ganz ordentlich machen möchte, kann die Schraube mit Loctite „einkleben“ dann löst sie sich nicht mehr. Sie wird nicht richtig eingeklebt sondern sozusagen besser „festgehalten“. Das hätte Philips schon machen sollen, dann würde das bei den Zahnbürsten auch nicht mehr passieren. Aber kostet ja ein paar Pfennig pro Zahnbürste mehr und generiert auch keine neuen Umsätze.

Ich habe dafür insgesamt 10 min benötigt, vielleicht 15 min mit Recherche welches Video für mich passt. Mir geht es nicht um die Anleitung, sondern darum, zu zeigen, wie einfach es manchmal ist. Man muss sich nur die Mühe machen es nachzuschauen und sich zu trauen. Was soll schon passieren? Kaputt ist es eh schon!

Ich finde es auch spannend zu sehen, wie es aufgebaut ist und wie sowas funktioniert. Aber das ist meine Macke.

3 thoughts on “Reparatur statt Neu

  1. Torsten says:

    Super, Norman. Zumal es für Dich nicht so einfach ist, „sofort“ eine neue Zahnbürste zu kaufen. Oft sind wir von der Zeit getrieben, aber hier hast Du gezeigt, dass es nicht mal viel Zeit in Anspruch nimmt, wenn man sich damit beschäftigt. Prima Tipp, vielen Dank.

    • SY Yendor says:

      Ja, das ist auch immer eins meiner Probleme, hier gibt es fast nichts zu kaufen, zumindest nicht, wenn man das Beste haben möchte

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