Der geräuschlose Vortrieb beim Segelboot erfolgt durch die Segel. Beim Kauf wurden sie mir so „dazu“ gegeben. Der Makler hatte vorher gesagt die halten ein zwei Jahre, dann müssten sie neu. Dies habe ich preislich berücksichtigt. Für mich war eher das Problem das ich sie nie am Mast gesehen habe und somit gar nicht wusste wie macht man die dran.
Die Genua (das vordere Segel)
Wird in eine Kederschiene eingefädelt und dann am Fall (Leine) hochgezogen. Dafür muss sie am Schlitten und unten an der Rollanlage festgemacht werden. Das ist nicht technisch nicht so schwer, man kommt an alles gut ran. Schwierig wird es, wenn die Kederschiene verdreckt ist. Dann hat man es schwer das Segel auf einer Länge von ca. 15m hochzubekommen. Mit jedem Meter wirkt der Dreck immer mehr als Widerstand. Wir haben alles ordentlich mit Teflonspray vorbereitet aber dennoch mussten wir drei Anläufe nehmen, bis sie bis ganz nach oben ging. Ok, das war geschafft. Die Genua wickelt sich über eine Rollanlage um das vordere Seil (Vorstag). Mit den beiden Leinen die nach hinten an Steuerbord und Backbord gehen wird sie ausgerollt, mit einer Furlerleine wieder eingerollt. Es bleibt immer gesetzt (hochgezogen) und wird lediglich rein und rausgerollt. Das ist auch sehr gut alleine zu bedienen.
Das Großsegel (hintere Segel)
Das ist auch ein Rollgroß, bedeutet es rollt sich im Mast auf. Vom Prinzip her das Gleiche wie bei der Genua. Es ist nur um einiges schwieriger das Segel ran zu bekommen, da die Schlaufen in die Schäkel (da wo sie festgemacht werden) innerhalb des Mastes angebaut werden müssen. Dazu gibt es kleine Klappen die aufgeschraubt werden können, da kommt aber niemand mit der Hand rein, nur mit den Fingern. Dann muss man die Schlaufe des schweren Segels in den Schäkel einführen und einen Bolzen festschrauben der nicht in den Mast fallen darf. Passiert das, muss der ganze Mast abgebaut werden da man da nicht anders ran kommt. Auch ist es ein spezielles Teil was sicher schwer zu bekommen ist. Wir (Helmut der Aachener) haben den Mast mit Handtücher ausgestopft, damit es wenn auf die Handtücher fällt und wir noch irgendwie ran kommen können. Auch das war dann geschafft.

Jedes Segel hat für sich einen ganzen Nachmittag gedauert. Erst einmal recherchieren, wie wird es gemacht, dann sich alles genau am Original anschauen. Schön mit bedacht, keinen Fehler machen. Bei einem Versuch hat sich die Schraube vom Segeleinfädeler gelöst und er hing nur noch lose am Keder. Zum Glück ist er nicht herunter gefallen, wir haben es noch rechtzeitig gemerkt. Ein dicker Dank gilt Helmut, der auch das erste Mal ein Rollgroß angeschlagen hat, Wir harmonieren bei der Arbeit gut, helfen uns gegenseitig und haben einen ähnlichen Arbeitsstil.
Ich denke ich werde in 2027 neue Segel kaufen, für den Anfang reichen erst einmal diese, zum Üben genau richtig, kann ich nichts wertvolles kaputt machen.
