Pünktlich zum Winter habe ich oben alles soweit fertig, so, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich wollte mir ein schönes aber auch funktionales Zuhause schaffen. Schön in meinem Sinne.

Vorne am Bug habe ich zwei Taschen für die Reling gekauft. Hier verschwinden bei Bedarf die Leinen des Vorsegels, alles was ich für das Ankern brauche und die Leinen, um das Dinghy festzuzurren, wenn es vorne an Deck transportiert wird. So ist alles dort griffbereit, wo es auch gebraucht wird.

Der Blick von vorne Richtung Heck. Jede zu öffnende Lucke ist nun mit einer Abdeckung versehen. Diese hat mehrere Funktionen. Die Luken-„Gläser“ sind aus Kunststoff und werden somit vor der Sonne und vor Sand geschützt, welcher den Kunststoff blind werden lässt. Elke und Helmut wissen wovon ich spreche. Aber an Ihrem Katamaran würden Abdeckungen keinen Sinn machen, weil sie die Scheiben für die Sicht beim Fahren benötigen. Aber sie haben lange an Ihnen geschliffen und poliert, um sie wieder halbwegs durchsichtig zu bekommen. Dann ist es auch ein Sonnenschutz und es kommt im Sommer weniger Wärme in das Boot. Zu guter Letzt erhoffe ich mir durch eine zusätzliche Schicht eine klitzekleine Verbesserung zum Thema Dämmung im Winter. Dazu muss man wissen, fast alle Boote sind überhaupt nicht gedämmt. Ich werde im Winter auf dem Boot bleiben und bestimmt in den kommenden Monaten darüber berichten wie es mir dabei ergeht. Es wird sicher hart, das weiß ich schon jetzt.

Als Jarek hier war, haben wir auch gemeinsam das Sonnendeck für die 1. Klasse Passagiere aufgebaut. Das Sonnensegel hatte ich schon vor einiger Zeit bei Amazon bestellt, es war in einem der Pakete von Anette mit drin. Hier habe ich dann die entsprechenden Haken und die Gummileine gekauft. Der Stoff ist etwas winddurchlässig, so können nicht so hohe Lasten darauf entstehen. Die Gummileinen sorgen für weiches Einfedern bei Windböen. Dennoch hat es einen UV-Schutz und eine Schattenwirkung von 90%. Ich fand es sehr cool. Die Liegepolster waren bei Kauf an Bord und machten sich darunter ganz gut. Ich habe einige Nächte dort geschlafen. Im Hochsommer wesentlich angenehmer als unter Deck und irgendwie auch cool, draußen zu schlafen. Früher hatte ich das auch ab und zu auf meiner Terrasse gemacht. Selbst bei Windstärken mit 25 Knoten und bei Regen habe ich es drauf gelassen. Es ist nicht regendicht, somit bilden sich auch keine Wassersäcke.
Nachfolgend ein paar Impressionen aus meinem frisch aufgepeppten Cockpit:



Alle Winschenabdeckungen, die Lenkradabdeckungen, die Leinentaschen auf beiden Seiten und die Sitzpolster sind neu. Die alten Winschabdeckungen zerbröselten schon und eine Lenkradabdeckung war kaputt. Auch waren sie cremefarben und schon ziemlich schmutzig. Auf die Lenkradabdeckungen habe ich fast drei Monate gewartet, immer wieder wurde ich vertröstet. Schließlich war dann alles da und hat seinen Weg von Berlin zu mir gefunden.
Nun kommen wir zum Titelbild des Beitrags, angelehnt an das Märchen „Prinzessin auf der Erbse“. Mit den alten Polstern habe ich auch öfter draußen übernachtet. Leider sind sie aber so dünn, das mir am Morgen immer alle Knochen weh getan haben. Klar, früher haben wir beim Angeln einfach draußen auf der Erde geschlafen und nichts gemerkt oder nach einer Party nur mit einer Decke auf dem Fußboden. Aber ich denke diese Zeiten sind nicht nur bei mir vorbei. Somit war ich hier auf der Suche nach einem Polsterer, der mir mehr Komfort verschaffen sollte. Ich bin sogar hier in Preveza fündig geworden. Erst war er im Urlaub, dann aber nach drei Wochen auch wieder da. Er kam an Bord mit seiner Schneiderin (bedeutet, ich habe sie am Ufer mit dem Dinghy abgeholt und auch wieder zurück gebracht) und sie haben das Aufmaß gemacht. Eineinhalb Wochen später waren sie fertig. Wieder zum Ufer, abgeholt, Passprobe und wieder zurückgebracht. Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden, die weißblauen Kissen gab es als Geschenk dazu. Es ist auch ein viel besseres Sitzgefühl. Bei längerem Sitzen konnten man vorher jeden Knochen spüren. Ich hätte mich lieber 100 km aufs Rad gesetzt als zwei Stunden auf den alten Polstern zu sitzen.
Hier ein Vergleich in der Dicke von alt und neu. Nicht nur wir werden im Alter dicker, die Polster auch!

Beide Polster sind zusammengeklappt, also doppelt. Rechts neu, links alt. Es ist ein ziemlicher Unterschied!
So fühle ich mich auf meiner „Terrasse“ wohl. Hier im Mittelmeer möchte ich die meiste Zeit draußen verbringen, daher soll es so gemütlich wie möglich sein. Das ist für mich jetzt abgeschlossen.
