*das ist leider nicht mein Boot aber von meinem Boot aus aufgenommen
Der ursprüngliche Plan war auf dem Wasser zu überwintern. Ich habe mit vielen Seglern gesprochen, ob man das machen kann, wenn ja dann wo. Ich habe unendlich viele verschiedene Antworten bekommen von…..ist gar kein Problem……bis….. würde ich nie machen, die Stürme sind heftig und dauern über mehrere Tage an.
Ich bin neu in dem Business und ich habe auch schon stärkeren Wind gehabt. Eine Nacht bin ich bis 3 Uhr morgens an Deck geblieben und habe Ankerwache gehalten, weil nicht nur der Wind sehr stark war sondern auch die Welle. Da habe ich so ein wenig die Hosen voll bekommen, in der Erwartung was noch kommen soll. Nächsten Tag hatte ich mal die Marinas hier in der Gegend angefragt ob noch ein Platz frei wäre, beide Anfragen wurden verneint. Vor zwei Tagen hat sich dann meine alte Marina gemeldet das doch ein Platz frei geworden ist und ich ihn haben könnte. Nachteil aus meiner Sicht: Ich muss in der ersten Novemberwoche raus und kann erst Ende März, Anfang April wieder rein, da sie zwischendurch nicht arbeiten. Zumindest keine Boote raus und rein nehmen.
Ich habe dann überlegt, mach ich es oder nicht und habe mich für das Überwintern an Land entschieden.
Dafür spricht auch, dass ich im kommenden Jahr eh den Unterwasseranstrich neu machen muss und dafür raus gemusst hätte. Ich erhoffe mir davon weniger Bewuchs. Ich war in der Zwischenzeit schon dreimal wieder tauchen und habe immer das komplette Boot gereinigt. Jetzt bei 21 Grad Wassertemperatur ist es kein sonderlich großer Spaß, obwohl ich mir einen Neoprenanzug gekauft habe.
Auf der Marina habe ich Strom im Überfluss, da kann ich meinen Heizlüfter und meinen Luftentfeuchter laufen lassen. Das wäre auf dem Wasser nicht gegangen, da im Winter nicht genug Strom dafür über Solar zur Verfügung steht. Auch hätte ich die Möglichkeit dann in den 5 Monaten eine Standheizung einzubauen.
Der Tausch von einigen Seeventilen, die jetzt schon etwas schwergängig und alt sind, steht zusätzlich auf dem Plan. Die Seeventile verschließen die Löcher im Rumpf die zum Beispiel für den Abfluss des Brauchwassers von Duschen oder Toiletten sind. Sehr wichtige Bauteile. Falls ein Schlauch reißt, kann damit das Loch geschlossen werden, damit das Boot nicht untergeht.
Weiterer Nachteil auf der Marina: Ich kann schlecht Lebensmittel einkaufen, da im Winter der Marine Shuttle nicht fährt und es im Umkreis von 10km keinen Lebensmittelladen gibt. Daher werde ich mein Dinghy im Wasser lassen und zum Einkaufen rüber übers Wasser fahren. Zur Erinnerung, so sieht es aus:

Auch hier wird es langsam kälter, die Temperaturen sinken und es kommt viel Regen.

Hier mal der Verlauf der Temperaturen in meinen drei Räumen in den letzten 7 Tagen.

Während ich den Beitrag schreibe ist es im Salon 17 Grad 🥶. Wer mich kennt weiß, das macht mir nichts aus, da sitze ich fast noch barfuß im Schlüpper. In letzter Zeit war über Tag viel Sonne, somit haben sich die Räume dann immer gut aufgeheizt. Diese Zeit scheint nun vorbei.
Ich habe mich für die Sicherheit entschieden, welche ich mir mit dem Landplatz erkaufe. Kein Schnapper, immer noch besser als eventuell sein Schiff zu verlieren. Ich werde den ganzen Winter über ein Wind-Protokoll führen, um die Erzählungen der vielen von mir befragten Segler mit Fakten zu bewerten. Bisher kenne ich nur ein einziges Boot, was auf dem Wasser überwintert. Ihr Boot ist 26m lang und wiegt 60 Tonnen. Er hat im Salon einen gusseisernen Ofen und zusätzlich noch eine Warmluftheizung. Das ist halt eine andere Liga. Dort war ich gestern zum Grillen. Sie hatten sich schon gefreut, dass wir gemeinsam überwintern. Beim Grillen war ein Spanier, eine Belgierin, ein Belgier, eine aus Tschechien und ich. Ich liebe solche Abende. Viele Länder und Kulturen an einem Tisch, ein paar Kaltgetränke und leckeres Essen, mollig warm und gute Stimmung. Hat viel Spaß gemacht.
Ich hoffe ihr denkt jetzt nicht, was ich für ein Waschlappen bin 😏. Mit der Erfahrung aus der Überwinterung in diesem Jahr bleibe ich dann vielleicht im nächsten Jahr im Winter draußen? Zumindest will ein Schweizer, mit dem ich mich gut verstehe, das nächstes Jahr auch machen und wir würden die Herausforderung dann gemeinsam angehen.
Ich denke ich werde nicht nach Deutschland kommen, ich werde weiter an meinem Boot arbeiten und darauf wohnen.

Viele Geduld für die Überwinterung. Ich finde Dich unheimlich mutig! Marc.
Danke Marc, Gruß nach Frankreich
Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt!
Ich drücke Dir alle Daumen für Deine Überwinterung! Langweilig wird es bestimmt nicht – bei allem, was Du Dir so vorgenommen hast!
Viele Grüße von Evi und Jürgen
Ich danke euch beiden. Ja, Arbeit ist immer
Jetzt will mir das Bild aus dem Salon nicht aus dem Kopp ;-)…
Gruß aus Berlin Matrose….