Umbau Navigationselektronik – Teil 2

Hier geht es um alles am Navigationstisch unter Deck. Obiges Bild ist die Ausgangssituation.

Mit diesem Projektteil habe ich folgende Ziele verfolgt und umgesetzt:

  1. Radio mit Integration in das Bootsnetzwerk, Bedienung im Cockpit möglich.
  2. Vernünftige Antenne für das Radio.
  3. Funkgerät mit Integration in das moderne Bootsnetzwerk, GPS Daten stehen zur Verfügung.
  4. AIS umverkabeln vom alten Bootsnetz in das neue Bootsnetz.
  5. Einbindung des Computers in das Bootsnetzwerk für weitere Projekte.

Punkt 1:
Im Boot war ein normales Autoradio verbaut. Hier ging die Lautstärkeregelung nicht mehr. Ich hatte schon ein Marine Radio aus Berlin mitgebracht. Das hatte ich mal als Schnapper bei Kleinanzeigen erstanden. Das erfüllt all meine Anforderungen, zwei Zonen, Salon und oben das Cockpit. Im Boot sind auch schon vier Lautsprecher verbaut. Fernbedienung nun auch vom Cockpit aus über den Plotter möglich.

Hier der Bildschirm für die Fernbedienung am Plotter:

Punkt 2:
Der Empfang mit der vorhandenen Radioantenne war sehr schlecht. Es war auch nur eine „Wurfantenne“ die hinter dem Radio einfach an die Bootswand geklebt wurde. Ich habe ein Zusatzgerät gekauft, welches in die Antennenleitung einfach „eingeschliffen“ wird und einen Antennenausgang für das Radio bereitstellt. Das ist zwar nicht optimal, sollte aber besser funktionieren als die Wurfantenne, da die Seefunkantenne oben auf dem Mast installiert ist.

Verbaut sieht das dann so aus:

Punkt 3:
Das alte Funkgerät ist technisch nicht mehr auf dem neuesten Stand. Als ich das Boot übernommen habe, war es noch nicht einmal programmiert. Bedeutet, wenn ich auf den Notknopf „DISTRESS“ drücke, dann wird automatisch meine Position, der Schiffsname und der Notfall vom Funkgerät ausgesendet und alle Stationen (Schiffe oder Bodenstationen) können das Notsignal empfangen. Dafür muss das Funkgerät aber auch die Positionsdaten aus dem Bootsnetzwerk erhalten und im Funkgerät müssen die Schiffsdaten hinterlegt, sprich programmiert sein. Beides war nicht gegeben.

Ich hatte mir zu meinen Funkkursen für Binnen- und Seefunk ein modernes Funkgerät gekauft, um damit zu üben und die Schiffe am Teltowkanal mitzuhören. Da ich direkt am Kanal gewohnt habe, war dies leicht möglich. Ich konnte sogar den Schleusenfunk von der Schleuse Kleinmachnow hören. Aber die Binnenschiffer reden nicht „nach Vorschrift“ eher wie in der Kneipe. Somit war der Lerneffekt nicht so hoch wie erwartet. Aber es war interessant und hat Spaß gemacht. So konnte ich nun das Gerät auf meinem eigenen Boot verbauen. Nebenbei kann es sogar AIS Signale (Standort und Schiffsdaten von anderen Schiffen die AIS aussenden) empfangen und in das Bootsnetzwerk einspeisen.

Alte Funkgerät raus:

Ausschnitt vergrößern:

Neues Funkgerät rein, so sieht es final aus:

Die Bootsnetzwerk-Verkabelung für Punkt 4 und 5 ist hier gemacht, das ist recht unspektakulär:

Mit Jarek habe ich die Verkabelung zwischen dem Cockpit draußen und dem Navigationsplatz ordentlich hinter den Kabinen gezogen. Zu zweit ist das wesentlich einfacher.

Somit ist die komplette Bootsnetzverkabelung am Navigationsplatz auch abgeschlossen. Es folgt Teil 3

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