Ein sehr wichtiger Aspekt in diesem ganzen Projekt sind die Kosten. Boote können Unmengen von Geld verschlingen, vor allem wenn man nichts selber machen kann und alles beauftragen muss. Jeder hat seine eigene Herangehensweise und seine eigenen Möglichkeiten, sprich Spielräume.
Ich habe mich jahrelang darauf vorbereitet, auch finanziell. Sparsamkeit war oberstes Gebot. Die letzten Jahre habe ich „trainiert“ mit der erwarteten Rente auszukommen, mich zu disziplinieren und nicht gleich alles zu kaufen wonach mir der Sinn stand.
Für das Boot habe ich ein eigenes Konto eingerichtet, welches ich mit einem Betrag als Sockel ausgestattet habe. Alle laufenden Kosten wie Versicherungen für Drohne und Boot, Tepai* für Griechenland, Starlink werden direkt abgebucht. Kaufe ich etwas für das Boot, bezahle ich es mit der Kreditkarte dieses Kontos.

Ich überweise jeden Monat 1000€ von meinem „normalen“ Girokonto dorthin als Instandhaltungsrücklage und für die laufenden Kosten.
Beispiele für Kosten sind Starlink 89€ pro Monat, Versicherung Boot 1200€ im Jahr, Tepai Griechenland 1200€ im Jahr, Liegeplatz hier in der Marina 300€ im Monat.

Ich habe eine Exceltabelle in der ich alle Kosten privat, also für mich und getrennt alle Kosten für das Boot sehr akribisch bis auf den Cent führe. Ich finde es gerade am Anfang wichtig hier die Kontrolle zu haben. Trägt mein Konstrukt oder laufen mir die Kosten weg? Ich versuche Anfangs auch im privaten Bereich sehr sparsam zu sein und auch hier Rücklagen für zum Beispiel Heimflüge nach Deutschland eine neue Brille oder was weiß ich zu bilden.
Kommen wir zurück auf die 1000€ für das Boot. Hier gibt es unter den Bootsbesitzern sehr weit auseinandergehende Meinungen. manche geben 5T€ im Monat aus, andere kommen mit 500€ oder weniger aus. Letztens habe ich Johannes aus München im Stadthafen von Preveza kennengelernt, der muss seinen Traum ende des Jahres aufgeben da sein Geld ausgegangen ist. Das wird mir hoffentlich nicht passieren. Fingers cross!
Es geht in Seglerkreisen eine Faustformel um die da lautet 1000€ pro Meter Pro Jahr. Das sind bei mir 14,4 * 1000 = 14.400 €. Eine weitere Faustformel sind jedes Jahr 10% vom Neukaufpreis des Bootes. Diese Regel halte ich für falsch.
Ich möchte vor allem nur ankern. Eine Übernachtung in der Marina mit dem Boot kann im Mittelmeer in der Hauptsaison je nach Gegend auch mal 200€ kosten. Wohlbemerkt pro Nacht. Teuer sind vor allem Italien, Kroatien und Frankreich. Griechenland ist da noch eine ganze Ecke preiswerter. Das ist auch ein Grund warum ich hier in Griechenland meine Reise beginne. Ich möchte die Zeit in der mein Boot an Land liegt auch möglichst kurz halten, weil jeder Monat Geld kostet, im Wasser im Zweifel nichts. Hier in Griechenland gibt es sogar Häfen die keinen Betreiber haben und dann auch nichts kosten. Dafür gibt es aber auch kein Wasser und keinen Strom. Da mein Boot autark sein soll, würde mir das auch nichts machen.
Was kosten Reparaturen? Hier auch ein paar Beispiele: Neue Segel alle 10 Jahre kosten 12T€, neue Wanten (Drahtseile die den Mast halten) 8T€ alle 10 Jahre, Unterwasserschiff neu machen 3T€ alle 5 Jahre (in Eigenleistung)……. usw. Daran kann man ablesen, das meine 12T€ keine üppige Ausstattung ist.
Ich kann sehr viel selber machen, daher spare ich auch schon einiges. Klar, gerade jetzt am Anfang gebe ich sehr viel aus, da ich erst einmal alles auf den Stand bringen möchte so wie ich es haben will. Da reichen die 1T€ pro Monat bei weitem nicht. Aber das war in meinem Startbudget schon kalkuliert.
Bisher halte ich alle Annahmen ein und bin guten Mutes das es so klappen wird wie ich es mir zurecht gelegt hatte. Genau kann man es erst nach ein paar Jahren sagen.
*Tepai = Ist eine Gebühr die entrichtet werden muss damit man die griechischen Gewässer befahren darf. Es wird von der Küstenwache durchaus kontrolliert ob diese Gebühr entrichtet ist. Als ich das Boot im Juli 2025 von Gouvia nach Preveza überführt hatte, habe ich diese Gebühr auch für einen Monat bezahlt. Dies kann man online erledigen.
