Die ersten drei Monate meines Rentendaseins standen komplett unter dem Projekt Umzug. Es galt eine vollgestopfte 80 qm Wohnung mit Dachterrasse nebst randvollem Keller so zu minimieren, das es auf ein Boot passt. Ich hatte mit dem Aussortieren schon ein dreiviertel Jahr vorher angefangen. Es ist unfassbar was so alles in einer Wohnung sein kann. Oder ist das nur bei mir so?
Ich habe vieles klein gemacht und nach und nach im Hausmüll entsorgt. Fairerweise habe ich immer bis Sonntagabend gewartet und geschaut welche Kapazitäten noch in den Mülltonnen frei sind. Montagmorgen wurden sie von der BSR abgeholt. Das ging recht gut, meiner Flex und meiner Kreissäge ist vieles zum Opfer gefallen.
Ich habe da ganz schön geschuftet. Die restlichen „Großmöbel“ habe ich dann zusammen mit Peter und seinem LKW bei der BSR direkt entsorgt. Anschließend musste ich noch ein paar „kleinere“ Rückbauten machen und Anette hat die Reinigung übernommen. Anschließend musste sie sich leider krank melden, es war wohl doch recht viel.
Als ich dann das letzte Mal abgeschlossen und die Übergabe erfolgreich überstanden habe war wieder ein großer Projektschritt abgeschlossen. Da ist auch wieder eine große Last von mir gefallen. Dieses Gefühl hatte ich schon die ganze Zeit beim Entrümpeln. Sich von Ballast zu lösen hat etwas befreiendes. Und sind wir mal ehrlich, wir haben viel zu viel Gerümpel oder Dinge die wir über Jahre oder gar Jahrzehnte nicht benutzt haben.
Alles was mit auf das Boot sollte habe ich in die Garage von Ariane gebracht. Sie hat mir die Möglichkeit gegeben alles dort zwischenzuparken und letztendlich die Platten für die Spedition aufzubauen. Dafür wurde extra für mich aufgeräumt, tausend Dank noch einmal dafür.

Insgesamt wurden es vier Europaletten, teilweise so hoch gestapelt wie ich lang bin. Ich bin kein Pygmäe! Darauf waren aber auch große Solarpanele, mein Fahrrad, Staubsauger, Elektrobackofen, Standbohrmaschine um nur einige große Dinge zu nennen. Ich hatte mir das Boot sehr genau angesehen und die Stauräume vermessen. Als ich dann die Menge in ihrer ganzen Pracht sah, war selbst ich mir nicht mehr sicher ob alles auf das Boot passen würde. Mein Umfeld hatte es schon lange verneint.

In jede Palette hatte ich einen Apple AirTag rein gemacht, um diese verfolgen zu können. Es steckte schließlich mein ganze Leben auf diesen Paletten. Für die Abwicklung mit der Spedition danke ich Arvid. Ich selbst konnte es nicht machen, Schenker spricht nicht mit normalen Menschen, nur mit Speditions-Agents. Das musste ich auch erst lernen.
In meiner wohnungslosen Zeit konnte ich bei Viola übernachten, nochmal Danke dafür, ich weiß, ich bin kein einfacher Mensch!
